Skalierungsverfahren: Semantisches Differenzial & Stapelskala. Erklärungen und Beispiele.

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Semantisches Differenzial

Das Semantische Differenzial, auch als Polaritäts- oder Polaritätenprofil bezeichnet und seltener auch Eindrucksdifferential, war Ende der 1950er Jahre ursprünglich ein Skalierungsverfahren um herauszufinden, welche Einstellungen oder Empfindungen Menschen mit bestimmten Objekten, Dingen oder Sachverhalten verbinden. Hierbei werden Probanden zu einem bestimmten Begriff, etwa “Automobil“, gegensätzliche Adjektivpaare, etwa laut-leise, sicher-unsicher, sauber-schmutzig, auf einer meist 5-stufigen Skala mit Neutralpunkt dargeboten, wobei Probanden sich dann für eine Ausprägung entscheiden müssen. Das Semantische Differenzial, wurde vom US-amerikanischen Psychologen Charles Egerton Osgood entwickelt und diente im Rahmen der Einstellungsforschung als ein Verfahren zur quantitativen Analyse affektiver Wortbedeutungen. Heute findet das Semantische Differenzial ein breiteres Anwendungsspektrum, etwa in der Marktforschung oder bei Kundenbefragungen.

Die Stapelskala

Eine Stapelskala, auch als Stapel-Skalometer bezeichnet, ist eine seit Beginn der 1950er Jahre bekannte Rating- oder Messskala, die dem Semantischen Differenzial ähnlich ist, jedoch beinhaltet die Stapelskala keine bipolare Verankerungen. Die Stapelskala beinhaltet zudem stets eine gerade Anzahl von Antwortoptionen ohne Neutralpunkt. Oft finden sich bei der Stapelskala 10 Antwortoptionen, die sich auf ein Rating von -5 bis +5 beschränken. Es gibt jedoch auch viele unterschiedliche Variationen, etwa 8, 6 oder gar nur 4 Ausprägungen. Beim Semantischen Differenzial ist die mittlere Antwortoption immer auch der Neutralpunkt, den es bei einer Stapelskala jedoch nicht gibt. Ausserdem erlaubt die Stapelskala ausdrücklich negative Wertungen. Die Stapelskala wurde nach ihrem Entwickler Jan Stapel benannt, einem niederländischen Sozialforscher und Mitgründer des Umfrageinstituts NIPO.

Beispiel eines Semantischen Differenzials

Beim Semantisches Differenzial befinden sich an beiden Polen der Skala Wort- bzw. Adjektivpaare mit gegensätzlicher Aussage. Zur Veranschaulichung finden Sie hier ein sehr vereinfachtes Beispiel:

semantisches differenzial
.

Beispiel einer Stapelskala

Im Gegensatz zum Semantischen Differenzial ist die Stapelskala unipolar und hat eine gerade Anzahl von Antwortoptionen, ermittelt statt Polaritäten also vielmehr Intensitäten.

stapelskala
.

QuestionPro Beispiel-Fragebogen mit den Fragetypen Semantisches Differenzial und Stapelskala

Um ein Semantisches Differenzial oder eine Stapelskala zu erstellen, nutzt man in der Umfrage-Software QuestionPro den Fragetypen der Matrix-Frage, und zwar die Mehrpunkt-Skala. Dieser Fragetyp ist bereits in der kostenlosen Basis-Version von QuestionPro enthalten.

Semantisches Differenzial


Bei einem Semantischen Differenzial nutzen Sie die Einstellung “Radio” in Kombination mit der Variante “Bipolar”, bei der Stapelskala verwenden Sie die Variante “Likert”. Probieren Sie es am besten gleich selbst aus!

Semantisches Differenzial bipolar


Und hier finden Sie zum Semantischen Differenzial
sowie zur Stapelskala einen → Beispielfragebogen.

 

Wenn Sie Fragen zu den QuestionPro → Fragetypen haben, dann freuen wir uns auf den Dialog mit Ihnen!


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